Gewaltfreie Kommunikation (GfK)

 

 

Gewaltfrei kommunizieren bedeutet nicht „nett sein“, wie dies vielleicht viele glauben mögen. Das wichtigste an der gewaltfreien Kommunikation für mich ist: Sie unterstützt darin authentisch zu sein, sich ehrlich zu begegnen, klar zu kommunizieren, Verantwortung für sich und seine Gefühle zu übernehmen, danach zu schauen, worum es im Grunde (des Herzens) geht.

 

Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) wurde von Marshall Rosenberg entwickelt, einem US-amerikanischen Psychologen, der bei Carl Rogers studierte und später mit ihm arbeitete. Letzterer hat den klientenzentrierten Ansatz entwickelt, der inzwischen fester Bestandteil in Gesprächstherapie und Beratung ist und von vielen WissenschaftlerInnen angepasst und weiterentwickelt wurde.

 

M. Rosenberg benutzt den Begriff der Gewaltfreiheit so: „   Gewaltfreiheit im Sinne von Gandhi: Er meint damit unser einfühlendes Wesen, das sich wieder entfaltet, wenn die Gewalt in unseren Herzen nachläßt.“ (M. Rosenberg: „Gewaltfreie Kommunikation“, Junfermann Verlag, 2007, S. 22).

 

Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein strukturierter Prozess, der über vier Schritte geschieht:

 

  1. Beobachtung: Beschreibung einer Situation, z.B. einer Konfliktsituation oder einer Situation, die unser Wohlbefinden beeinträchtigt - ohne Interpretationen und Wertungen:
    Was ist passiert? Was habe ich konkret gesehen, beobachtet?
  2. Gefühle: Wie fühle ich mich in Bezug auf das, was ich gesehen, beobachtet habe? - ohne Vorwurf oder Schuldzuweisung
  3. Bedürfnisse / Interessen: Welche Werte stehen für mich hinter diesen Gefühlen? Was ist im Grunde für mich essentiell wichtig? Welches Bedürfnis oder Interesse ist in Not geraten in dieser Situation oder welches wird nicht befriedigt oder bedient?
  4. Bitte: eine konkrete Bitte, die ich an mich selbst oder jemand anderen richten kann z.B. in Bezug auf eine Handlungsänderung, die mein Leben bereichern würde.

 

Auch wenn von Kommunikation die Rede ist, so ist es die innere Haltung, die sich mit der GfK verändert und die dann das Interagieren mit den anderen so viel klarer macht. „Das Wesentliche der GfK findet sich in unserem Bewußtsein über die vier Komponenten wieder und nicht in den tatsächlichen Worten, die gewechselt werden“ (M. Rosenberg: „Gewaltfreie Kommunikation“, Junfermann Verlag, 2007, S. 26).



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